Neu: Heft 1/12 / Heft 2 ab 15.2.
Sylvie van der Vaart, Dana Schweiger, Christian Louboutin, 8 Seiten Geschenke u.v.m. > Abo
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27 Jahre ist Ferdinand Tiffert alt, kommt aus dem Örtchen Kerken am Niederrhein. Nach dem Studium der Geschichte, Afrikanistik und des Portugiesischen an der Humboldt-Universität wurde er nicht arbeitsloser Geisteswissenschaftler, sondern Unternehmer. Seine Firma Fernando Berlin bietet Overknee-Stiefel an. Eine Sache der Leidenschaft. Tiffert im Interview.
Wie kamen Sie darauf, Stiefel zu produzieren?
Ferdinand Tiffert: Ich habe mir mit Fernando Berlin einen Kindheitstraum erfüllt. Wenn man mit bodenständigen Kerlen in der Kneipe sitzt und sich über Zukunftspläne unterhält, kann man aber schlecht sagen: Hey Jungs, ich will Frauenschuhe machen! So bin ich über Umwege bei meinem Schicksal gelandet. Während meiner Studienzeit habe ich mit Fotografie angefangen. Frauen in Stiefeln spielten immer eine große Rolle. Zu meiner Überraschung stießen meine Bilder im Netz auf große Zustimmung. Bald hatte ich das dringende Bedürfnis, die Bilder von Frauenstiefeln, die in meinem Kopf herum spukten, Realität werden zu lassen. Im Norden Portugals fand ich Produktionspartner, die ihr Handwerk beherrschen und aus Tradition gute Schuhe machen. Die Geburtsstunde von Fernando Berlin.
Was ist Ihre Idee von guter Schuhmode?
Tiffert: Meines Erachtens sollten Frauenschuhe eher sexy sein als bequem. Da ich Sie nicht tragen muss, habe ich natürlich leicht reden. Allerdings muss "sexy" auch nicht gleich mehr als 10-cm-Pfennigabsatz bedeuten. Ein Schuh ist dann sexy, wenn sich die Trägerin darin sexy fühlt und der Schuh die ästhetischen Grundsätze einhält. Gute Schuhe erkennt man an der Haltung des Trägers oder der Trägerin. Immerhin habe ich es geschafft, meine Stiefel "überraschend bequem" zu gestalten, wie mir Trägerinnen berichtet haben. Darüber hinaus ist das Leder entscheidend. Nicht nur die Qualität ist wichtig, sondern auch die richtige Stärke und Festigkeit. Da muss eine gute Mischung gefunden werden.
Wofür steht Fernando Berlin?
Tiffert: Meine ersten Stiefel habe ich absoluten Liebhabern angeboten. Paaren, die mindestens zehn Paar Overkneestiefel im Schrank haben. Also Experten. Als ich von dieser Seite Komplimente und Zuspruch erhalten habe, habe ich das schon als Auszeichnung verstanden. Meine Formen sind klassisch, elegant und sexy. Ich achte auf die Qualität der Verarbeitung sowie der Materialien. Darüber hinaus biete ich einen fairen Preis. Der Name Fernando Berlin steht für meine Liebe zu Portugal und Berlin. Fernando ist die portugiesische Variante meines Vornamens. Berlin ist meine Wahlheimat, eine Stadt die mich nach über sechs Jahren immer noch begeistert und bisweilen in den Wahnsinn treibt.
Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Tiffert: Im Moment denke ich über neue Modelle für den kommenden Winter nach. Es schweben mir wieder einige Bilder durch den Kopf. Ich denke auch darüber nach, einen vegetarischen Stiefel mit ins Programm zu nehmen.

















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